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Männertag in Winterthur thematisierte Sexualität und Pornographie
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von Daniel Schönenberger
Fast 500 aus der ganzen Schweiz angereiste Männer wurden von Jim Bühler begrüsst, dem neuen Moderator des Männertages der Chrischona-Gemeinden. Dies waren deutlich mehr Besucher als in den Jahren zuvor. Grund war bestimmt das interessante Thema "Mann im Feuer - versöhnt mit meiner Sexualität", welches gerade auch jüngere Männer anzog.
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Echte Intimität entsteht, wenn es vom Ich zum Du kommt
Dies setzte Wilf Gasser, Paartherapeut aus Bern und der zweite Referent des Tages, gleich in die Tat um. Er erinnerte sich, dass er von seiner Jugendzeit her ein negatives Bild von der Sexualität hatte, welches sich erst in seiner Ehe änderte. Die Vorstellung, dass Gott in Bezug auf die Sexualität sein Coach sein möchte, hatte ihm eine ganz neue Perspektive geöffnet. |
Echte Intimität könne nur erlebt werden, wenn der Fokus vom Ich auf das Du wechsle. Wenn es nur darum gehe, in der Sexualität auf die eigenen Kosten zu kommen, sterbe die Intimität und Sexualität langsam ab.
Pornographie sei ein Intimitätskiller. Nicht selten genügen dann die Reize der eigenen Frau nicht mehr, um den Mann zu erregen, der an die Hochglanzbilder gewöhnt ist.
Doch Wilf Gasser zeigte auch Lösungsmöglichkeiten auf: "Wir Menschen haben von Gott die Fähigkeit bekommen, unsere Gedanken zu kontrollieren. Reinheit ist nicht etwas, was man hat oder nicht hat. Wir müssen dies vielmehr als Weg sehen: sind wir auf einem guten Weg oder in einer negativen Spirale gefangen?" |  | 
Wilf Gasser |
In der folgenden Verarbeitungs- und Gebetszeit konnten die Teilnehmer des Männertages auf kleinen Zetteln aufschreiben, was sie vor Gott abladen möchten und warfen diese symbolische vor dem Kreuz in einen grossen Abfallsack.




Eindrückliche Interviews
Eindrücklich war das Interview mit einem Pastor, der sich vor einigen Jahren vor seiner Gemeinde outete und sich als Homosexueller zu erkennen gab. Homosexualität habe nichts mit Sexualität zu tun, sondern die Problematik liege tiefer, in der Identität und in der fehlenden Zugehörigkeit zur Männerwelt.
Er habe sich ständig ausgeschlossen gefühlt, von allen abgelehnt. Als er daran arbeitete, veränderte sich auch seine Sexualität. In der Zwischenzeit hat er Heilung erlebt, ist verheiratet und wurde vor 15 Wochen Vater. Heutet bietet er Hilfe für homosexuell empfindende Menschen an.
Ein weiterer Interviewpartner bekannte, wie er in der Pornosucht gefangen war. Als Jugendlicher entdeckte er die Selbstbefriedigung, um in Drucksituationen Entspannung zu finden. Sex-Heftlis wurden nach und nach zur Gewohnheit, später kam das Internet dazu.
Dies hatte Auswirkungen auf seine Ehe. Es sei für seien Frau erniedrigend gewesen, dass er sich an anderen Frauen aufgereizt hätte und dann mit ihr ins Bett wollte. Er erzählte von seinen Schuldgefühlen Gott und seiner Frau gegenüber und von seinem angeknackten Selbstwertgefühl. Immer wieder hätte er Gott gegenüber seine Schuld bekannt, doch frei sei er nicht geworden.
Erst als seine Frau sagte, dass es so nicht weiter gehe und mit Hilfe eines therapeutischen Beraters lernte er, Druck anders abzubauen und über sich zu reden. Weitere Hilfen wie Internet-Schutzfilter gehörten auch zum Weg in die Freiheit. Um von seiner Sexsucht frei zu werden, musste er sechs Monate völlig abstinent leben. Heute könne er frei von der Sexsucht leben. |
Jörg Schori verglich den Umgang vieler Männer mit ihrer Sexualität mit den Stierläufern von Pamplona: entweder man renne vor ihr davon oder laufe ihr hintenher. Besser sei es jedoch, sie wie ein wildes Pferd zu zähmen und mit ihr zu leben. Dies sei einfacher in den jungen Jahren, als wenn das Pferd schon zu wild geworden wäre.
Schori: "Schon zu Kain sagte Gott, dass er die Sünde beherrschen soll. Dies gilt auch für uns: wir sollen über unsere Gedanken herrschen." Fast jedem Mann geschähe es, dass er ab und zu einer sexuellen Versuchung nachgäbe. Doch auch damit sei es möglich, in einer inneren Reinheit zu leben, auch wenn es ein gelegentliches Versagen gäbe. Dazu wir müssten für unser Leben Verantwortung übernehmen und uns disziplinieren. Als Männer seien wir geboren, um zu kämpfen. Deshalb sollen wir auch den Kampf für eine positive Sexualität und die richtigen Gedanken in uns führen.
Mit seinen abschliessenden Worten erstaunte Jörg Schori, als er sagte, dass eine schrittweise Reduzierung von Selbstbefriedigung und Pornographiekonsum in Absprache mit Gott oft besser sei als eine "Nulltoleranzpolitik", die der Betreffende meist nicht einhalten könne und darum sehr entmutigend sei. Das gelte allerdings nicht für Süchtige, sondern für "Gelegenheitstäter".
Radio-Bericht von LiveChannel über den Männertag
Vortrag von Andreas Boppart (MP3)
Vortrag von Wilf Gasser (MP3)
Vortrag von Jörg Schori 1. Teil (MP3)
Vortrag von Jörg Schori 2. Teil (MP3)
Vortrag von Jörg Schori 3. Teil (MP3) |
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