Auszug aus einem Referat von Dr. Manfred Engeli

Es braucht eine Verbindung zwischen Glauben und Eheleben, damit der Glaube seine unvergleichliche Kraft der Verwandlung und des Verstehens hineintrage und das Eheleben seine Erfüllung finde. (Paul Tournier)
Wo zwei Menschen eins werden, wird Gottes Kraft in besonderer Weise freigesetzt, denn Jesus ist mitten unter ihnen:

Wenn zwei von euch auf Erden übereinstimmen werden, irgend eine Sache zu erbitten, so wird sie ihnen zuteil werden von meinem Vater in den Himmeln. (Matth. 18,20)
Er fing an, sie je zwei und zwei auszusenden ... Da zogen sie aus und predigten, man solle Busse tun, und trieben viele Dämonen aus, salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie. (Mark. 6,7+13)

Die Ehe nun ist die erste von Gott geschaffene Zweierschaft, gedacht als Liebes-Gemeinschaft für das Leben, aber auch als Glaubens-, Arbeits– und Kampfgemeinschaft und als Stützpunkt für das Reich Gottes. So wie die Zelle den Grundbaustein jedes Lebewesens bildet, ist die eheliche Gemeinschaft die kleinste Zelle des Leibes Christi. Sie hat lebenswichtige Funktionen für den Aufbau, die Gesunderhaltung und den Schutz des gesamten Leibes zu erfüllen. Ihr wichtigstes Mittel dafür ist das Gebet in seinen vielfältigsten Formen. Verheiratet sein, beinhaltet deshalb auch die Berufung zur Gemeinschaft mit Gott als Ehepaar und zum gemeinsamen Gebet.



Die vielfältigen Formen des ehelichen Gebets lassen sich in vier Gruppen zusammenfassen:

1. Gebet als Ausdruck der geistlichen Gemeinschaft
Von grosser Bedeutung für das Wachsen in der Einheit und der Liebe ist die gemeinsame Anbetung durch Singen, Lobpreis, Danksagung und staunende Ehrfurcht vor Gott, sowie die betende Verarbeitung eines gemeinsam gelesenen Bibeltextes.

2. Gebet füreinander
Wir müssen das Wort des Jakobus (4,2+3) auch auf die Ehe-Situation übertragen: beim Partner geschieht oft nichts, weil wir nicht für ihn bitten, oder weil wir in falscher Gesinnung bitten. In der richtigen Haltung fürs andere zu beten, ist von ganz besonderer Bedeutung fürs gemeinsame laute Gebet. Überall, wo mein lautes Gebet den Partner verändern will, belehrt, zurechtweist, entmutigt, verletzt, beschuldigt oder gar verurteilt, geschieht es nicht aus Liebe heraus und zerstört die Einheit, anstatt sie zu bauen.

3. Gebet für den gemeinsamen Weg
Ehe bedeutet auch, gemeinsam unterwegs sein, den Weg suchen, Entscheidungen treffen, Prioritäten festlegen, das Risiko des Gehorsams gemeinsam eingehen. Grundlage all dessen ist das gemeinsame Hören auf Gott. Es ist auch gut, wenn wir das Abwerfen von Sorgen (vgl. 1. Petr. 5,7) als Ehepaar gemeinsam vollziehen und unsere Sorgen im vertauensvollen Gebet in Bitten verwandeln. Dann wird sich in unseren Herzen und in unserem Denken Gottes Friede einstellen.
Es ist für Eltern ein besonderes Vorrecht, dass sie gemeinsam für die Kinder beten dürfen: im Danken, in der Fürbitte, im Gebet um Weisung für ihren Lebensweg, im Segnen, in der Bitte um Schutz und um Bewahrung vor dem Bösen, im betenden Begleiten ihrer persönlichen Entwicklung, im jahrelangen vorbereitenden Gebet für die wichtigen Weichenstellungen im Leben. Von Hiob können wir lernen, dass wir als Eltern für unsere Kinder aber noch mehr tun dürfen: wir können uns sogar stellvertretend unter ihre Schuld stellen, für sie um Vergebung bitten und sie dadurch heiligen. “So tat Hiob alle Zeit“ (Hiob 1,5).

4. Gemeinsame Fürbitte
Hier kommt der wichtige Auftrag zum Ausdruck, den wir als Ehepaar unserer Umwelt und der Gemeinde gegenüber zu erfüllen haben.


VORAUSSETZUNGEN DES EHELICHEN BETENS

Dem ehelichen Beten können sich mancherlei Hindernisse in den Weg stellen, so dass wir keine Zeit dafür finden oder keine Lust dazu haben. Davon wissen wir alle etwas. Meine Frau und ich haben gute zehn Jahre gebraucht, bis wir es schafften, eine gemeinsam tägliche Gebetszeit zu finden!
Diese Hindernisse können beim einen oder bei beiden Partnern im persönlichen Glaubensleben liegen, wenn wir also mit Gott oder mit der Umwelt nicht im Reinen sind. Oft liegen die Hindernisse aber in der ehelichen Beziehung selber, weil diese nicht so gelebt wird, wie Gott sich die Ehe gedacht hat. Auch die Art, miteinander zu beten, kann zum Hindernis werden, wenn das gemeinsame Gebet als günstige Gelegenheit missbraucht wird, dem anderen indirekt etwas mitzuteilen. Neben den zu überwindenden Hindernissen gibt es nun aber auch noch Voraussetzungen für erhörliches Beten: In unserer Ehebeziehung und als Ehepaar müssen wir “im Lichte wandeln“ und mit Gott im Reinen sein. Wir sollten uns allenfalls also zuerst Zeit nehmen, gemeinsam Schuld vor Gott zu bekennen und um Vergebung zu bitten, bevor wir weiter beten.

Eine zweite Voraussetzung ist das feste Vertrauen, dass Gott unsere Gebete hört und dass wir empfangen werden, worum wir bitten.

Die letzte Bedingung heisst Ernsthaftigkeit. Sie hat damit zu tun, dass uns unsere Bitten ein wirkliches Anliegen sein müssen: wir sollen “inständig“ beten, mit gesammelter Kraft (Jak. 5,17); wir sollen nicht müde werden, bis Gott uns erhört hat. Gerade hier können wir dann aber auch entdecken, wieviel leichter es zu zweit ist, mit Beharrlichkeit weiterzubeten.


EHELICHES GEBETSLEBEN IN DER PRAXIS

Und nun zur Praxis! Auf drei Arten kann das gemeinsame Gebet in der Ehe aufgebaut oder gefördert werden:
1. Intensivieren Sie Ihr persönliches Gebetsleben!
2. Suchen Sie das Gespräch mit dem Ehepartner über das gemeinsame Gebet!
3. Pflegen Sie das spontane gemeinsame Gebet, indem Sie immer wieder den Wunsch äussern, der Partner möge mit Ihnen beten: um Wegweisung vor der Entscheidung, um Heilung bei Krankheit, um Segen vor einer schwierigen Aufgabe usw.! Je mehr Sie dies tun, desto stärker wird das gemeinsame Gebet Ihren Ehe-Alltag durchdringen und umgestalten.

Nun finden wir zum Satz von Paul Tournier zurück. Dort, wo wir als Ehepaare miteinander zu beten beginnen, ist dies nicht nur ein Schritt des Gehorsams, sondern wir öffnen uns auch einem Segensstrom, der unser Eheleben verwandeln wird. Je mehr wir hineinwachsen in die reiche Vielfalt des ehelichen Gebets, desto mehr wird unser Eheleben die Erfüllung finden, die ihm Gott zugedacht hat.

Es braucht eine Verbindung zwischen Glauben und Eheleben, damit der Glaube seine unvergleichliche Kraft der Verwandlung und des Verstehens hineintrage und das Eheleben seine Erfüllung finde. (Paul Tournier)

Wo zwei Menschen eins werden, wird Gottes Kraft in besonderer Weise freigesetzt, denn Jesus ist mitten unter ihnen:

Wenn zwei von euch auf Erden übereinstimmen werden, irgend eine Sache zu erbitten, so wird sie ihnen zuteil werden von meinem Vater in den Himmeln. (Matth. 18,20)

Er fing an, sie je zwei und zwei auszusenden ... Da zogen sie aus und predigten, man solle Busse tun, und trieben viele Dämonen aus, salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie. (Mark. 6,7+13)

Die Ehe nun ist die erste von Gott geschaffene Zweierschaft, gedacht als Liebes-Gemeinschaft für das Leben, aber auch als Glaubens-, Arbeits– und Kampfgemeinschaft und als Stützpunkt für das Reich Gottes. So wie die Zelle den Grundbaustein jedes Lebewesens bildet, ist die eheliche Gemeinschaft die kleinste Zelle des Leibes Christi. Sie hat lebenswichtige Funktionen für den Aufbau, die Gesunderhaltung und den Schutz des gesamten Leibes zu erfüllen. Ihr wichtigstes Mittel dafür ist das Gebet in seinen vielfältigsten Formen. Verheiratet sein, beinhaltet deshalb auch die Berufung zur Gemeinschaft mit Gott als Ehepaar und zum gemeinsamen Gebet.


Die vielfältigen Formen des ehelichen Gebets lassen sich in vier Gruppen zusammenfassen:

1. Gebet als Ausdruck der geistlichen Gemeinschaft
Von grosser Bedeutung für das Wachsen in der Einheit und der Liebe ist die gemeinsame Anbetung durch Singen, Lobpreis, Danksagung und staunende Ehrfurcht vor Gott, sowie die betende Verarbeitung eines gemeinsam gelesenen Bibeltextes.

2. Gebet füreinander
Wir müssen das Wort des Jakobus (4,2+3) auch auf die Ehe-Situation übertragen: beim Partner geschieht oft nichts, weil wir nicht für ihn bitten, oder weil wir in falscher Gesinnung bitten. In der richtigen Haltung fürs andere zu beten, ist von ganz besonderer Bedeutung fürs gemeinsame laute Gebet. Überall, wo mein lautes Gebet den Partner verändern will, belehrt, zurechtweist, entmutigt, verletzt, beschuldigt oder gar verurteilt, geschieht es nicht aus Liebe heraus und zerstört die Einheit, anstatt sie zu bauen.

3. Gebet für den gemeinsamen Weg
Ehe bedeutet auch, gemeinsam unterwegs sein, den Weg suchen, Entscheidungen treffen, Prioritäten festlegen, das Risiko des Gehorsams gemeinsam eingehen. Grundlage all dessen ist das gemeinsame Hören auf Gott. Es ist auch gut, wenn wir das Abwerfen von Sorgen (vgl. 1. Petr. 5,7) als Ehepaar gemeinsam vollziehen und unsere Sorgen im vertauensvollen Gebet in Bitten verwandeln. Dann wird sich in unseren Herzen und in unserem Denken Gottes Friede einstellen.
Es ist für Eltern ein besonderes Vorrecht, dass sie gemeinsam für die Kinder beten dürfen: im Danken, in der Fürbitte, im Gebet um Weisung für ihren Lebensweg, im Segnen, in der Bitte um Schutz und um Bewahrung vor dem Bösen, im betenden Begleiten ihrer persönlichen Entwicklung, im jahrelangen vorbereitenden Gebet für die wichtigen Weichenstellungen im Leben. Von Hiob können wir lernen, dass wir als Eltern für unsere Kinder aber noch mehr tun dürfen: wir können uns sogar stellvertretend unter ihre Schuld stellen, für sie um Vergebung bitten und sie dadurch heiligen. “So tat Hiob alle Zeit“ (Hiob 1,5).

4. Gemeinsame Fürbitte
Hier kommt der wichtige Auftrag zum Ausdruck, den wir als Ehepaar unserer Umwelt und der Gemeinde gegenüber zu erfüllen haben.


VORAUSSETZUNGEN DES EHELICHEN BETENS

Dem ehelichen Beten können sich mancherlei Hindernisse in den Weg stellen, so dass wir keine Zeit dafür finden oder keine Lust dazu haben. Davon wissen wir alle etwas. Meine Frau und ich haben gute zehn Jahre gebraucht, bis wir es schafften, eine gemeinsam tägliche Gebetszeit zu finden!
Diese Hindernisse können beim einen oder bei beiden Partnern im persönlichen Glaubensleben liegen, wenn wir also mit Gott oder mit der Umwelt nicht im Reinen sind. Oft liegen die Hindernisse aber in der ehelichen Beziehung selber, weil diese nicht so gelebt wird, wie Gott sich die Ehe gedacht hat. Auch die Art, miteinander zu beten, kann zum Hindernis werden, wenn das gemeinsame Gebet als günstige Gelegenheit missbraucht wird, dem anderen indirekt etwas mitzuteilen. Neben den zu überwindenden Hindernissen gibt es nun aber auch noch Voraussetzungen für erhörliches Beten: In unserer Ehebeziehung und als Ehepaar müssen wir “im Lichte wandeln“ und mit Gott im Reinen sein. Wir sollten uns allenfalls also zuerst Zeit nehmen, gemeinsam Schuld vor Gott zu bekennen und um Vergebung zu bitten, bevor wir weiter beten.

Eine zweite Voraussetzung ist das feste Vertrauen, dass Gott unsere Gebete hört und dass wir empfangen werden, worum wir bitten.

Die letzte Bedingung heisst Ernsthaftigkeit. Sie hat damit zu tun, dass uns unsere Bitten ein wirkliches Anliegen sein müssen: wir sollen “inständig“ beten, mit gesammelter Kraft (Jak. 5,17); wir sollen nicht müde werden, bis Gott uns erhört hat. Gerade hier können wir dann aber auch entdecken, wieviel leichter es zu zweit ist, mit Beharrlichkeit weiterzubeten.


EHELICHES GEBETSLEBEN IN DER PRAXIS


Und nun zur Praxis! Auf drei Arten kann das gemeinsame Gebet in der Ehe aufgebaut oder gefördert werden:

1. Intensivieren Sie Ihr persönliches Gebetsleben!

2. Suchen Sie das Gespräch mit dem Ehepartner über das gemeinsame Gebet!

3. Pflegen Sie das spontane gemeinsame Gebet, indem Sie immer wieder den Wunsch äussern, der Partner möge mit Ihnen beten: um Wegweisung vor der Entscheidung, um Heilung bei Krankheit, um Segen vor einer schwierigen Aufgabe usw.! Je mehr Sie dies tun, desto stärker wird das gemeinsame Gebet Ihren Ehe-Alltag durchdringen und umgestalten.

Nun finden wir zum Satz von Paul Tournier zurück. Dort, wo wir als Ehepaare miteinander zu beten beginnen, ist dies nicht nur ein Schritt des Gehorsams, sondern wir öffnen uns auch einem Segensstrom, der unser Eheleben verwandeln wird. Je mehr wir hineinwachsen in die reiche Vielfalt des ehelichen Gebets, desto mehr wird unser Eheleben die Erfüllung finden, die ihm Gott zugedacht hat.


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