Von Daniel Schönenberger

Im Vorfeld des Männertages bewegte mich einmal mehr eine Bibelstelle aus dem Philipperbrief: "Denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen wie auch das Vollbringen zu seinem Wohlgefallen." (Phil. 2,13). Dies bedeutet, dass es der Heilige Geist ist, der bewirkt, dass ich geistlich wachsen möchte. Der Wunsch nach Veränderung und Heiligung kommt also nicht aus mir selbst, sondern hat der Herr selbst in mich gelegt. Und nicht nur das, es geschieht auch nicht aus meiner eigenen, schwachen Kraft heraus, sondern Er selbst schaut dafür, dass es geschieht.

Was für eine gewaltige, gute Nachricht! Dies ist das Evangelium, das Jesus Christus gebracht hat: dass durch seinen Tod diese Gnade für uns da ist. Nun ist es aber interessant, dass dieser oft zitierte Vers mit einem "denn" beginnt. Das heisst also, dass da vorher etwas steht, das die Ursache oder die Bedingung für diesen erklärenden zweiten Satzteil ist. Also: Was steht nun im Vers 12?: "Bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern!"

Hoppla! Dies ist nun nicht gerade eine einfache Kost. Wir - und nicht etwa Jesus - sollen unser Heil bewirken? Ist dies denn nicht schon am Kreuz geschehen? Und dann erst noch mit Furcht und Zittern? Wenn ich das Neue Testament durchforsche, dann fallen mir immer mehr solche Aussagen wie diese auf. Auch von Jesus selbst. Aussagen, die ich im christlichen Umfeld nicht oft gehört habe.

Aber steht diese Aussage von Paulus nicht im Widerspruch zur Begründung im nächsten Vers? Im ersten Moment mag dies so scheinen. Doch wenn wir dies länger bewegen, dann realisieren wir, dass beide Seiten untrennbar zum Christsein gehören: Unser Bemühen und Ringen in einer Ehrfurcht vor dem heiligen, gewaltigen und gerechten Gott wie auch das Bewusstsein, dass wir nichts, auch überhaupt nichts aus uns selbst tun können. Das Evangelium bedeutet, dass beides zusammenkommt: unser Teil und Gottes Teil. Wenn wir das Mögliche tun, dann tut Gott das Unmögliche.

Es gibt Männer, die in der Gefahr sind zu sagen: "Ich kann mich nicht verändern, Gott muss es tun!" und andere, die sich aus eigenen Werken abmühen, Gott zu gefallen. Doch beides führt zum Absturz, entweder auf dieser Seite des Grates oder auf der anderen. Die Gnade Gottes ist unendlich gross. Aber nicht bedingungslos, sondern für diejenigen, die sich danach ausstrecken und sich darum mit Furcht und Zittern bemühen. Gottes Gnade ist nämlich nicht billig, sondern unendlich wertvoll, denn sie hat seinem Sohn das Leben gekostet!

Gerade nach dem Männertag, wenn du einen Entschluss gefasst hast, einen weiteren Lebensbereich vor Gott in Ordnung zu bringen, ist es existentiell wichtig, dass du dein Bestes gibst, um nach dieser Heiligung zu streben. Aber vergiss nicht: wenn du es aus eigenem Antrieb heraus machst, dann führt das zu einem Desaster. Strecke dich vielmehr nach Gottes Gnade und seinem Heiligen Geist aus, der in dir sowohl das Wollen wie auch das Vollbringen bewirkt!