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von Felix H., Hüttikon ZH
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 |  | Vor 2½ Jahren brach ich am Arbeitsplatz zusammen und erlitt einen Hirninfarkt. Seine Auswirkungen trafen das Steuerzentrum meiner Augen und ich konnte nicht mehr richtig sehen. Die Prognose des Professors war niederschmetternd; er machte mir keine Hoffnung auf Besserung und meinte, in einem halben Jahr hätte ich gelernt, damit zu leben. Ich war 39 Jahre alt und plötzlich war alles anders. Meine Weiterbildung als Wirtschaftsinformatiker wurde von einem Tag auf den andern beendet und die Arbeitsstelle, die ich vor 3 Monaten neu begonnen und an der ich mich gut eingearbeitet hatte, war mit einem Schlag in Frage gestellt. |
Plötzlich hatte ich viel Zeit erhalten, um über mich und mein Leben nachzudenken. Da blieb mir nur noch Zuhören und Beten. Mit meiner Frau zusammen habe ich in dieser Zeit viel übers Beten gelernt und so begannen wir, Gott um seine Hilfe, seinen Rat und um ein Wunder an meinen Augen zu bitten. Immer mehr erhielt ich die Gewissheit von Gott, dass Er alles gut werden liesse.
In dieser Zeit wurde mir bewusst, dass ich meine Persönlichkeit und meinen Wert auf Leistungen aufgebaut hatte. Nun stand ich da und konnte nichts mehr vorweisen, alles war wie den Bach runtergeschwommen. Endlich konnte Gott beginnen, zu mir zu reden, mir aufzuzeigen, wer und was ich denn überhaupt war. Es war hart, sehr hart, mein ganzes selbst erarbeitetes Ego aufzugeben. So hörte ich auf das Reden Gottes, und dachte bald, dass ich ja jetzt kapiert habe, um was es geht und dass Er mich nun wieder gesund machen könne, um wieder im Alltag einzusteigen. Und Gott begann, seine Zusage einzulösen; etwa 3 Wochen nach dem Infarkt geschah das Wunder: mein Sehzentrum begann wieder zu arbeiten und ich konnte jeden Tag besser sehen. Bald war ich des Wartens satt und versuchte – gegen den Rat meiner Frau – mich wieder in den Berufsalltag zu stürzen. Der Versuch endete kläglich, ich fand mich nach 2 Stunden im Büro weinend zu Hause und zweifelte, dass es je wieder besser werden würde. Nun begann ich zu kämpfen. Nach relativ kurzer Zeit hatte ich mein Arbeitspensum von 50 auf 100% gesteigert – und war stolz! Doch Gott liess dies nicht zu und mein Zustand begann sich wieder zu verschlechtern. Nun musste ich wieder auf 80% reduzieren und überall ins “Time out“ treten. Das tat weh! Aber Gott sah, dass ich dies brauchte, denn Er war noch lange nicht fertig mit mir. Ich hatte wieder Zeit für ihn erhalten und begann, diese Zeit der Gemeinschaft mit ihm zu lieben. Doch seine Zusage hielt ich Ihm immer wieder vor und versteifte mich darauf. So kreiste ich mich sehr viel um mich und meine Frau und die Kinder kamen zu kurz. Ihre Anliegen und Wünsche konnte ich nicht mehr sehen.
Eines Tages kam meine Frau auf mich zu und sage mir, so könne es nicht mehr weitergehen. Erschüttert und verletzt machte ich mich trotz Regen auf einen Waldmarsch. Der Wald war leer und so leer und einsam fühlte ich mich auch. Ich schrie zu Gott und frage ihn, wo er denn die ganze Zeit gewesen sei und dass ich ihn nicht sehen könne. Nach etwa einer Stunde merke ich plötzlich, dass Er schon die ganze Zeit neben mir her gegangen war und nun seinen Arm um meine Schulter legte. Da wurde ich still und Er konnte endlich reden. Hatte ich richtig zugehört, als er mir sagte, dass alles wieder gut würde? Ich dachte immer “gesund“ er aber hat “gut“ gesagt, und daran hing vieles. Er wollte, dass in erster Linie meine Seele und nicht mein Körper fit wird. Ich konnte mich endlich loslassen und akzeptieren, dass meine Kraft und Energie begrenzt sind. Und ich begann das wirkliche Zuhören zu lernen. Ich spürte, dass Gott wollte, dass ich zu Seinen und nicht zu meinen Plänen ja sage. So willigte ich ein, meine Pläne von ihm streichen zu lassen und auf das zu hören, was er mit mir machen will. Von diesem Tag an besserte sich mein Zustand. Ich konnte wieder die Menschen und ihre Bedürfnisse um mich herum wahrnehmen und meine Energie kam zurück. Ich werde immer mit meinen Grenzen leben müssen, aber Gott schenkt den Power für Seine Pläne mit mir. Heute darf ich wieder 100% arbeiten und bin gespannt, was noch alles geschehen wird. |
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