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150 Tabletten geschluckt - und überlebt
von Jakob Wampfler, dem Original aus dem Bundeshaus.
Mit 14 Jahren habe ich zum ersten Mal im Schulzimmer eine Flasche Wein getrunken, um mir bei meinen Mitschülern Beachtung zu verschaffen, weil sie mich nie ernst genommen haben. Mit sechzehn, voll von Komplexen, Minderwertigkeitsgefühlen und Zukunftsängsten, soff ich mehrere Flaschen Bier. Da spürte ich, wie in mir all diese unguten Gefühle weggingen und ich auch ein normaler Mensch war. Ich hatte dann immer öfters das Bedürfnis, ein normaler Mensch zu sein und rutschte dabei langsam in die Sucht hinein. |

 |  | Mit meinem Leben ging es immer weiter bergab. Ich sah vor mir nur noch eine schwarze Wand und unternahm mehrere Selbstmordversuche. Kein gesunder Mensch kann sich vorstellen, wie es ist, wenn man keinen objektiven und logischen Gedanken mehr fassen kann, wenn sogar die liebsten Menschen auf der Welt, die Familie, ausgelöscht sind, wenn man nicht einmal überlegen kann, wie schlimm wird es für sie sein, wenn ich tot bin. Es war grauenhaft.
Einmal schluckte ich 200 Tabletten und ein weiteres Mal 150 ganz schlimme Tabletten, die gereicht hätten, um zwei Menschen umzubringen. Die Ärzte im Spital waren sprachlos, dass ich dies überleben konnte. Ich kann mir dies nur erklären, dass Gott offensichtlich ganz mächtig eingegriffen hat.
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Bei diesem meinem letzten Selbstmordversuch, hörte ich eine Stimme. Ich kann mich daran erinnern, wie wenn es gestern gewesen wäre. Ich sass vollgepumpt mit Schnaps und jenen 150 Tabletten am Wirthaustisch, als eine Stimme meinen Vornamen rief. Ich sah niemanden um mich herum, den ich kannte und konnte mir nicht vorstellen, woher diese Stimme kam. Daraufhin fiel ich ins Koma. Später hörte ich die gleiche Stimme wieder, die mir drei Fragen stellte: "Warum führst du ein solches Leben?" und "Warum hast du das heute getan?". Die dritte Frage war: "Hast du das Recht, das Leben gewaltsam wegzuwerfen, das ich dir geschenkt habe? Ich gebe dir jetzt noch einmal eine Chance. Ergreife diese, sonst ist es in alle Ewigkeit zu spät!"
Als ich wieder aufwachte, erklärten mir die Ärzte, dass ich eine Woche lang im Koma lag und dass sie sich nicht erklären könnten, warum ich noch am Leben sei. Mir war klar, dass diese Stimme, die ich gehört hatte, die Stimme von Jesus Christus war. Ich wollte nun die Chance packen und sagte mir: "Dann will ich leben, aber wirklich leben und nicht bloss vegetieren!"
Mit der Unterstützung des Blauen Kreuzes, dem "Evangelium und Abstinenz", den Menschen, die dort an mich glaubten, konnte ich von meiner Sucht frei werden. Es war nicht so, dass ich von einem Moment auf den anderen frei wurde. Es gab auch Rückfälle, immer dann, wenn ich ungehorsam war und die "inneren Verkehrsregeln" missachtet hatte. Dann brauchte es immer sehr viel, damit ich mich wieder aufrappeln konnte, aber Jesus war stärker. Er hat nie aufgegeben bis das Wunder komplett war und ich völlig frei sein durfte und wusste, dass ich bis an mein Lebensende nie mehr Alkohol trinken oder Haschisch rauchen würde.
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